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E-Mails landen im Spam: Woran es liegt und was hilft

Redaktionelle Illustration zum Beitrag „E-Mails landen im Spam? Die 3 technischen Ursachen“
Illustration: dzeksn

Wenn Ihre Firmen-Mails beim Empfänger im Spam-Ordner landen, liegt das in den meisten Fällen nicht am Inhalt Ihrer Nachricht – sondern an drei fehlenden technischen Einträgen: SPF, DKIM und DMARC. Diese drei Einträge beweisen den Mail-Anbietern der Welt, dass Ihre E-Mails wirklich von Ihnen stammen. Fehlen sie, behandeln viele Postfächer Ihre Mails wie potenzielle Fälschungen – und sortieren sie vorsichtshalber aus.

Die gute Nachricht: Alle drei Einträge werden einmalig in den DNS-Einstellungen Ihrer Domain gesetzt und kosten nichts extra. Die schlechte Nachricht: Seit große Mail-Anbieter ihre Anforderungen 2024 deutlich verschärft haben, sind diese Einträge faktisch Pflicht – auch für kleine Absender, die nur ein paar Angebote und Rechnungen pro Woche verschicken.

In diesem Beitrag erklären wir die drei Mechanismen so, dass Sie sie ohne IT-Vorwissen verstehen, zeigen, wo Sie die Einträge setzen, und gehen kurz auf die weiteren Spam-Fallen ein, die nichts mit Technik zu tun haben.

Warum Mail-Anbieter Ihre E-Mails misstrauisch prüfen

E-Mail ist ein altes System, in dem der Absender ursprünglich beliebig fälschbar war – jeder konnte in das Absenderfeld schreiben, was er wollte. Genau das nutzen Betrüger bis heute für gefälschte Rechnungen und Phishing. Die Antwort der Branche: Empfänger-Postfächer prüfen bei jeder eingehenden Mail, ob der Absender echt ist. Kann Ihre Domain diese Fragen nicht beantworten, sinkt Ihre Zustellrate – unabhängig davon, wie seriös Ihr Betrieb ist.

Die Prüfung stützt sich auf drei Verfahren, die zusammenspielen. Ein Bild hilft beim Verstehen: Stellen Sie sich Ihre Domain als Firmengebäude vor.

SPF – die Liste der befugten Absender

SPF (Sender Policy Framework) ist die Absenderliste am Empfang: ein öffentlicher Eintrag, in dem steht, welche Mail-Server im Namen Ihrer Domain senden dürfen. Empfängt ein Postfach eine Mail von ihre-firma.de, schaut es in diese Liste: Kommt die Mail von einem eingetragenen Server, ist das ein gutes Zeichen. Kommt sie von einem fremden Server, ist sie verdächtig.

Praktisch heißt das: In Ihrem SPF-Eintrag müssen alle Dienste stehen, die für Sie E-Mails versenden – Ihr Mail-Anbieter, gegebenenfalls Ihr Buchungssystem oder Ihr Rechnungsprogramm. Vergessen Sie einen Dienst, landen genau dessen Mails im Spam.

DKIM – das Siegel auf jeder Mail

DKIM (DomainKeys Identified Mail) ist das Siegel auf dem Briefumschlag: Ihr Mail-Server versieht jede ausgehende Nachricht mit einer digitalen Signatur. Das Empfänger-Postfach prüft anhand eines öffentlichen Schlüssels in Ihren DNS-Einstellungen, ob das Siegel echt und die Mail unterwegs nicht verändert worden ist.

DKIM richten Sie nicht von Hand ein – Ihr Mail-Anbieter stellt den Schlüssel bereit, Sie hinterlegen ihn als DNS-Eintrag. Das ist meist ein einmaliges Kopieren und Einfügen.

DMARC – die Hausregel für Fälschungen

DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance) ist die Hausregel, die alles zusammenführt: Sie legt fest, was Empfänger mit Mails tun sollen, die die SPF- und DKIM-Prüfung nicht bestehen – nichts, in Quarantäne verschieben oder ablehnen. Zusätzlich können Sie sich Berichte schicken lassen, wer in Ihrem Namen Mails versendet.

Ohne DMARC-Eintrag fehlt den Empfängern diese Anweisung komplett – und genau das werten die großen Anbieter inzwischen negativ. Für den Einstieg genügt eine milde Richtlinie; verschärfen können Sie später, wenn Sie sicher sind, dass alle Ihre legitimen Mails sauber signiert sind.

Wo Sie die Einträge setzen: DNS beim Domain-Anbieter

Alle drei Einträge leben in der DNS-Verwaltung Ihrer Domain – also dort, wo Sie Ihre Domain registriert haben oder Ihr Hosting verwalten. Der Ablauf ist überall ähnlich:

  1. Loggen Sie sich bei Ihrem Domain- oder Hosting-Anbieter ein und öffnen Sie die DNS-Verwaltung Ihrer Domain.
  2. Die konkreten Werte für SPF und DKIM finden Sie in der Hilfe Ihres Mail-Anbieters – jeder Anbieter dokumentiert die passenden Einträge.
  3. Legen Sie die Einträge als TXT-Records an (SPF und DMARC direkt auf der Domain, DKIM unter einem vorgegebenen Unternamen).
  4. Warten Sie ein paar Stunden – DNS-Änderungen brauchen Zeit, bis sie überall ankommen.

Wichtig: Pro Domain darf es nur einen SPF-Eintrag geben. Wenn schon einer existiert, ergänzen Sie den bestehenden Eintrag um den neuen Dienst, statt einen zweiten anzulegen – zwei SPF-Einträge machen die Prüfung ungültig.

So prüfen Sie Ihren Ist-Zustand

Bevor Sie etwas ändern, lohnt ein Blick auf den Status quo. Dafür gibt es zwei einfache Wege:

  • Kostenlose Check-Tools: Im Netz finden Sie frei nutzbare Prüfdienste, die Ihre Domain auf SPF-, DKIM- und DMARC-Einträge testen. Manche lassen Sie eine Test-Mail an eine Prüfadresse schicken und zeigen danach eine Auswertung mit konkreten Hinweisen.
  • Der Blick in den Mail-Header: Jedes Mail-Programm kann den technischen Kopf einer Nachricht anzeigen. Schicken Sie sich selbst eine Mail an ein Postfach eines großen Anbieters und suchen Sie im Header nach den Ergebnissen der Authentifizierungsprüfung – dort steht für SPF, DKIM und DMARC jeweils ein Ergebnis wie „pass" oder „fail".

Steht dort dreimal „pass", ist die technische Basis in Ordnung. Falls nicht, wissen Sie jetzt genau, wo Sie ansetzen müssen.

Weitere Spam-Faktoren jenseits der Technik

SPF, DKIM und DMARC sind das Fundament – aber nicht die ganze Geschichte. Auch mit perfekter Technik können Mails im Spam landen, wenn das Sendeverhalten Alarm auslöst:

  • Massenmails aus dem normalen Postfach: Wer 300 Empfänger aus dem Geschäftspostfach anschreibt, verhält sich aus Sicht der Anbieter wie ein Spammer. Für Rundschreiben gehören Verteiler auf dafür gemachte Newsletter-Dienste.
  • Gekaufte oder gesammelte Adresslisten: Sie erzeugen viele unzustellbare Adressen und Spam-Beschwerden – beides beschädigt den Ruf Ihrer Domain nachhaltig.
  • Fehlender Abmeldelink bei Newslettern: Rundmails ohne einfache Abmeldemöglichkeit werden von Empfängern als Spam markiert – und jede Markierung verschlechtert Ihre Zustellbarkeit für alle künftigen Mails.
  • Reißerische Betreffzeilen und reine Bild-Mails: Großbuchstaben, viele Ausrufezeichen und Nachrichten, die nur aus einem Bild bestehen, sind klassische Spam-Muster.

Ein Baustein wirkt dabei oft im Hintergrund mit: die Absenderadresse selbst. Wer von einer eigenen Domain sendet, hat all diese Stellschrauben selbst in der Hand – bei einer Freemail-Adresse teilen Sie sich den Absender-Ruf mit Millionen fremder Nutzer. Warum eine E-Mail-Adresse mit eigener Domain auch darüber hinaus die bessere Wahl ist, behandeln wir im Beitrag E-Mail mit eigener Domain.

Häufige Fragen

Warum landen meine Mails erst seit Kurzem im Spam?

Häufigster Grund: Die großen Mail-Anbieter haben ihre Anforderungen seit 2024 schrittweise verschärft. Setups, die jahrelang „irgendwie funktionierten", fallen seitdem durch die Prüfung. Auch ein Anbieterwechsel, ein neues Rechnungsprogramm mit Mail-Versand oder eine geänderte DNS-Konfiguration können der Auslöser sein – prüfen Sie in diesen Fällen zuerst den SPF-Eintrag.

Brauche ich SPF, DKIM und DMARC wirklich alle drei?

Ja. Die drei Verfahren ergänzen sich: SPF prüft den sendenden Server, DKIM die Unverfälschtheit der Nachricht, DMARC verbindet beides mit einer klaren Anweisung. Große Empfänger erwarten inzwischen das Zusammenspiel – nur eines der drei zu setzen, lässt die Prüfkette unvollständig.

Kann ich das selbst einrichten oder brauche ich einen IT-Dienstleister?

Viele schaffen es selbst: Die Werte liefert der Mail-Anbieter, das Eintragen in die DNS-Verwaltung ist Kopieren und Einfügen. Wenn mehrere Dienste in Ihrem Namen senden (Mail-Anbieter, Shop, Rechnungstool), wird es unübersichtlicher – dann ist eine Stunde Unterstützung vom Fachmann gut investiert, bevor ein fehlerhafter Eintrag legitime Mails blockiert.

Meine Einträge sind korrekt – trotzdem landen einzelne Mails im Spam. Warum?

Die technische Prüfung ist nur ein Teil der Spam-Bewertung. Empfänger-Postfächer bewerten zusätzlich Inhalt, Sendeverhalten und die Historie Ihrer Domain. Einzelne Fehlzustellungen kommen vor – bitten Sie wichtige Kontakte, Ihre Adresse ins Adressbuch aufzunehmen, das verbessert die Zustellung bei diesem Empfänger sofort.

Wie lange dauert es, bis Änderungen wirken?

Die DNS-Einträge selbst sind meist nach wenigen Stunden weltweit sichtbar. Der Ruf Ihrer Domain erholt sich dagegen langsamer: Wenn Ihre Mails länger im Spam gelandet sind, kann es einige Wochen konsequent sauberen Versands brauchen, bis die Anbieter wieder Vertrauen fassen.