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Friseursalon eröffnen in München: Meisterpflicht, Kosten und die Standortfrage

Redaktionelle Illustration zum Beitrag „Friseursalon eröffnen: Voraussetzungen für München“
Illustration: dzeksn

Die wichtigste Voraussetzung zuerst: Das Friseurhandwerk ist ein zulassungspflichtiges Handwerk. Wer in München einen eigenen Salon unter eigenem Namen führen will, muss dafür in die Handwerksrolle bei der Handwerkskammer für München und Oberbayern eingetragen sein. In der Regel geht das über den Meisterbrief.

Sie müssen den Meister aber nicht zwingend selbst besitzen. Es reicht auch, eine Meisterin oder einen Meister als technische Betriebsleitung anzustellen. Und unter bestimmten Bedingungen ist eine Eintragung auch für langjährig erfahrene Gesellinnen und Gesellen ohne Meisterbrief möglich (Stichwort Ausübungsberechtigung). Ob und wie das in Ihrem Fall greift, klärt die Handwerkskammer verbindlich – das ist der erste Anruf, den Sie führen sollten.

Dazu kommen die Standard-Schritte jeder Gründung: Gewerbeanmeldung, Anmeldung beim Finanzamt, die Mitgliedschaft in Kammer und Berufsgenossenschaft, betriebliche Versicherungen und geeignete Räume, die den Hygiene-Anforderungen genügen. So weit gilt das bundesweit gleich. Der Punkt, der über Erfolg oder Fehlstart entscheidet, ist in München ein ganz anderer – und den behandeln wir unten ausführlich: der Standort.

Hinweis: Dieser Beitrag ist ein Gründungsleitfaden, keine Rechts- oder Steuerberatung. Konkrete Auflagen, Fristen und Gebühren nennen Ihnen die Handwerkskammer, das Gewerbeamt und Ihre Steuerberatung verbindlich.

Der Weg über die Handwerkskammer

Das Friseurhandwerk steht in Anlage A der Handwerksordnung – also unter den Berufen, die eine Qualifikation voraussetzen. Für Sie als Gründerin oder Gründer heißt das drei mögliche Wege zur Eintragung in die Handwerksrolle:

  • Eigener Meisterbrief. Der direkte Weg: Sie haben die Meisterprüfung im Friseurhandwerk und tragen sich selbst ein.
  • Angestellte Betriebsleitung. Sie führen den Salon kaufmännisch, eine angestellte Meisterin oder ein angestellter Meister verantwortet die fachliche Leitung. So gründen viele, die selbst aus dem kaufmännischen Bereich kommen.
  • Ausübungsberechtigung für erfahrene Gesellen. Nach vielen Jahren Berufserfahrung, davon ein Teil in leitender Stellung, ist eine Eintragung auch ohne Meisterbrief denkbar. Die genauen Voraussetzungen prüft die Handwerkskammer im Einzelfall.

Weil hier viel vom Einzelfall abhängt, sparen Sie sich später Frust, wenn Sie diesen Punkt vor allem anderen klären. Miete, Umbau und Ausstattung nützen nichts, wenn die Eintragung nicht steht.

Was die Eröffnung kostet – und warum München anders rechnet

Die Kostenblöcke sind überall ähnlich: Erstausstattung (Bedienplätze, Waschbecken, Spiegel, Kasse, Trockner), Warenerstausstattung, Umbau und Renovierung, Anmelde- und Kammergebühren, Versicherungen und eine Reserve für die ersten Monate, in denen der Kundenstamm erst wächst.

Was die Münchner Rechnung von der in kleineren Städten unterscheidet, ist ein einziger Posten – aber der wiegt schwer: die Gewerbemiete. München zählt bei Ladenflächen zu den teuersten Standorten Deutschlands. Kaution, Grundmiete und oft ein Mietausfallwagnis für Leerstand bei der Suche binden hier deutlich mehr Kapital als anderswo. Wer die Erstausstattung realistisch plant, aber die Miete zu knapp kalkuliert, gerät genau dann in die Enge, wenn der Salon noch nicht ausgelastet ist.

Konkrete Quadratmeterpreise ändern sich laufend und schwanken stark je nach Viertel – verlassen Sie sich hier nicht auf Faustzahlen aus dem Netz, sondern auf aktuelle Angebote und ein Gespräch mit Ihrer Bank oder der Gründungsberatung der Kammer.

Die Standortfrage: der eigentliche Münchner Knackpunkt

Bei einem Salon in München entscheiden Sie sich im Kern zwischen zwei Modellen – und die Miete ist nur die halbe Wahrheit.

Zentrale und angesagte Lagen – die Innenstadt, Haidhausen, Schwabing, das Glockenbachviertel – bringen Laufkundschaft und Sichtbarkeit. Menschen gehen vorbei, sehen das Schaufenster, kommen spontan rein. Der Preis dafür ist doppelt: hohe Miete und eine dichte Konkurrenz. In diesen Vierteln sitzt an fast jeder Ecke ein Salon, viele davon etabliert. Sie zahlen also Premium-Miete und müssen sich zugleich gegen viele andere durchsetzen.

Wohnviertel am Stadtrand und Standorte im Umland kehren die Rechnung um: günstigere Miete, weniger Zufallslaufkundschaft, dafür die Chance auf einen treuen Stammkundenstamm aus der Nachbarschaft. Hier lebt der Salon nicht vom Vorbeigehen, sondern vom Wiederkommen und vom Weiterempfehlen.

Beide Modelle funktionieren – aber sie verlangen unterschiedliche Marketing-Strategien. Und genau hier unterschätzen viele Gründerinnen und Gründer einen Punkt: In beiden Fällen suchen Ihre künftigen Kundinnen und Kunden heute zuerst online. „Friseur Haidhausen", „Damenfriseur Schwabing", „Balayage München" – der Weg zum neuen Salon führt in München fast immer über eine Google-Suche, bevor jemand zum ersten Mal die Tür öffnet.

Warum die Website schon vor der Eröffnung steht

Ein guter Standort garantiert in München keine vollen Terminbücher. Die Stadt ist mit Salons dicht besetzt; wer neu startet, ist online zunächst unsichtbar. Deshalb gehört die digitale Sichtbarkeit nicht ans Ende der To-do-Liste, sondern an den Anfang – idealerweise so, dass Website und Google-Unternehmensprofil am Eröffnungstag bereits Termine bringen.

Für einen Salon heißt eine gute Website nicht „Visitenkarte im Netz". Sie ist das Schaufenster für alle, die nicht zufällig vorbeikommen: Leistungen mit Preisorientierung, echte Fotos vom Team und vom Salon, eine unkomplizierte Terminanfrage und lokale Suchbegriffe für Ihr Viertel.

Wie ein solcher Auftritt aussehen kann, zeigt eine unserer Design-Demos für einen Premium-Salon in München-Haidhausen (ein Konzeptbeispiel, kein realer Betrieb): elegantes Dark-Gold-Design für Herrenschnitte, Damenfrisuren und Bartpflege – und als Blickfang eine KI-Frisuren-Vorschau. Besucher laden ein Selfie hoch, wählen aus 58 Styles und 17 Haarfarben und sehen den neuen Look direkt als Vorher-Nachher. So etwas bleibt hängen und bringt Interessenten dazu, den ersten Termin gleich anzufragen.

Wenn Sie tiefer einsteigen wollen, welche Bausteine so ein Auftritt braucht, lesen wir das im Friseur-Website-Beispiel Feature für Feature auseinander. Und wer bei den Ausgaben früh Klarheit will, findet die Größenordnungen unter Was kostet ein Webdesigner in München?. Für den behördlichen Teil nach dem Start hilft die Übersicht Post nach der Gewerbeanmeldung.

Einen Eindruck, wie unterschiedliche Branchen-Auftritte umgesetzt aussehen, bekommen Sie in unserem Showroom. Wenn Sie Ihren Salon in München eröffnen und die Website von Anfang an mitdenken wollen, sprechen Sie uns dort gerne an.

Häufige Fragen

Brauche ich einen Meisterbrief, um in München einen Friseursalon zu eröffnen?

In der Regel ja, denn das Friseurhandwerk ist zulassungspflichtig. Sie können den Meister aber auch anstellen (technische Betriebsleitung) oder – bei entsprechender Berufserfahrung – über eine Ausübungsberechtigung eingetragen werden. Welcher Weg für Sie gilt, entscheidet die Handwerkskammer für München und Oberbayern.

Was kostet die Eröffnung eines Friseursalons in München?

Die klassischen Blöcke sind Ausstattung, Ware, Umbau, Anmeldungen, Versicherungen und eine Anlaufreserve. Der große Unterschied zu anderen Städten ist die Gewerbemiete: München zählt bei Ladenflächen zu den teuersten Standorten Deutschlands. Kalkulieren Sie diesen Posten großzügig und nicht auf Kante.

Lohnt sich ein Salon eher zentral oder am Stadtrand?

Beides funktioniert, mit unterschiedlicher Logik. Zentrale und angesagte Viertel bringen Laufkundschaft und Sichtbarkeit, kosten aber viel Miete und bedeuten harte Konkurrenz. Wohnviertel und Umland sind günstiger und leben von treuer Stammkundschaft. Wichtig ist in beiden Fällen die Online-Sichtbarkeit, weil in München fast jede Salonsuche bei Google beginnt.

Muss ich mich als Friseursalon bei der Handwerkskammer eintragen lassen?

Ja. Für ein zulassungspflichtiges Handwerk ist die Eintragung in die Handwerksrolle Voraussetzung, um selbstständig zu führen. Klären Sie das vor Mietvertrag und Umbau – ohne Eintragung dürfen Sie den Betrieb nicht in eigenem Namen aufnehmen.

Wann sollte ich mich als Gründer um die Website kümmern?

So früh wie möglich. Website und Google-Unternehmensprofil brauchen Vorlauf, bis sie in den lokalen Suchergebnissen auftauchen. Wer sie erst nach der Eröffnung angeht, verschenkt genau die Wochen, in denen ein neuer Salon jede Anfrage dringend braucht.