Handwerkerportal oder eigene Website — was bringt mehr Aufträge?
Kurz und ehrlich vorweg: Ein Handwerkerportal bringt Ihnen schnell die erste Anfrage, aber jede einzelne kostet Geld, wird meist an mehrere Betriebe gleichzeitig verkauft und ist morgen wieder weg. Eine eigene Website kostet am Anfang mehr Aufwand, gehört danach aber Ihnen — und liefert über Jahre Anfragen, für die Sie keine Vermittlungsgebühr zahlen. Wer in München dauerhaft an gute Aufträge kommen will, fährt mit der eigenen Website besser. Das Portal ist bestenfalls die Übergangslösung.
Warum das gerade im Münchner Markt so deutlich ausfällt und wie die Rechnung konkret aussieht, sehen Sie unten.
So verdienen Handwerkerportale ihr Geld
Vermittlungsplattformen funktionieren fast alle nach demselben Prinzip: Ein Kunde beschreibt sein Projekt, das Portal leitet die Anfrage weiter — und dafür zahlen Sie. Entweder pro Kontakt, den Sie freischalten, oder über ein Monatsabo mit Kontingent. Der entscheidende Haken steht selten groß auf der Startseite:
- Dieselbe Anfrage bekommen meist mehrere Betriebe. Sie bezahlen also nicht für einen Auftrag, sondern für die Erlaubnis, sich mit drei, vier oder fünf Mitbewerbern um ihn zu bewerben.
- Der Wettbewerb läuft sofort über den Preis. Wenn fünf Betriebe dieselbe Anfrage kaufen, gewinnt oft der billigste — genau die Aufträge mit Marge fallen so weg.
- Die Sichtbarkeit gehört dem Portal, nicht Ihnen. Ranken bei Google tut die Plattform, nicht Ihr Betrieb. Kündigen Sie das Abo, ist Ihre Auffindbarkeit sofort auf null.
Das Modell ist nicht per se unseriös. Es ist nur eines, bei dem Sie dauerhaft Miete für etwas zahlen, das Sie nie besitzen.
Warum München ein besonders teurer Portal-Markt ist
Der Lokalbezug ist hier keine Deko. München ist einer der dichtesten Handwerkermärkte Deutschlands, und das treibt die Portal-Preise nach oben:
Viele Betriebe konkurrieren um dieselben Stadt-Anfragen. In einem Ballungsraum bieten deutlich mehr Firmen auf jede Anfrage als auf dem Land. Und es sind nicht nur Münchner Betriebe: Handwerker aus Dachau, Fürstenfeldbruck, Freising, Erding oder dem Landkreis Starnberg wollen an die lukrativen Stadtaufträge und kaufen dieselben München-Leads mit. Mehr Bieter pro Anfrage heißt für Sie: höhere Kontaktpreise und härterer Preiskampf. (Wie Betriebe aus dem Umland stattdessen organisch in der Stadt gefunden werden, steht in Betrieb im Umland, Kunden aus München.)
Die Kaufkraft ist hoch — aber nur, wenn Sie den Kunden direkt erreichen. München-Kundschaft ist bereit, für saubere Arbeit ordentlich zu zahlen. Auf dem Portal sehen die Kunden aber zuerst fünf Angebote nebeneinander und vergleichen. Über Ihre eigene Website landet die Anfrage exklusiv bei Ihnen — ohne diesen sofortigen Preisvergleich.
Die Margen sind knapp genug. Bei Münchner Lohn-, Miet- und Fahrzeugkosten zählt jeder Euro. Geld, das in Lead-Gebühren und einen aufgezwungenen Preiskampf fließt, fehlt hinten in der Kalkulation.
Die Beispielrechnung: ein Jahr Portal gegen ein Jahr eigene Website
Rechnen wir es mit vorsichtigen Beispielwerten durch — das sind bewusst illustrative Zahlen, keine amtliche Statistik. Ihre echten Werte hängen vom Gewerk und Auftragsvolumen ab.
Szenario Portal: Sie schalten im Monat rund 20 Anfragen frei. Je nach Gewerk und Auftragswert kostet ein Kontakt einen mittleren bis hohen zweistelligen Betrag. Nehmen wir 25 Euro pro Kontakt an:
- 20 Kontakte × 25 Euro = rund 500 Euro im Monat, also etwa 6.000 Euro im Jahr.
- Weil Sie sich fast jeden Lead mit mehreren Betrieben teilen, wird nur ein Teil davon zum Auftrag.
- Im nächsten Jahr zahlen Sie wieder von vorne — die 6.000 Euro sind weg, ein bleibender Wert ist nicht entstanden.
Szenario eigene Website: Sie investieren einmalig in eine ordentliche Seite mit lokaler Suchmaschinen-Optimierung, dazu kommen überschaubare laufende Kosten für Betrieb und Pflege. Danach gilt:
- Jede Anfrage über die organische Google-Suche kostet Sie keine Vermittlungsgebühr — der rechnerische Preis pro Lead sinkt mit jeder weiteren Anfrage Richtung null.
- Jeder Lead ist exklusiv. Kein Preisvergleich mit vier anderen Betrieben, die dieselbe Anfrage gekauft haben.
- Die Website ist ein Vermögenswert, der Ihnen gehört und im zweiten und dritten Jahr weiterarbeitet, statt jährlich neu bezahlt zu werden.
Der Kipppunkt kommt schneller, als viele denken: Sobald die eigene Seite konstant Anfragen bringt, unterbietet sie die jährlich wiederkehrenden Portalkosten deutlich — und liefert dazu die besseren, weil exklusiven Leads. Was eine eigene Website realistisch kostet, lesen Sie im Detail unter Website erstellen lassen in München.
Was die eigene Website sonst noch kann
Neben der reinen Kostenrechnung gibt es Argumente, die das Portal gar nicht bieten kann:
- Vertrauen und Marke. Referenzen, echte Fotos Ihrer Arbeit, Bewertungen, klare Leistungen — Kunden entscheiden sich für einen Betrieb, den sie einschätzen können, nicht für den fünften Namen in einer Angebotsliste.
- Sie steuern die Botschaft. Sie zeigen genau die Gewerke, Stadtteile und Auftragsarten, die Sie wollen — statt zu nehmen, was das Portal durchreicht.
- Lokale Auffindbarkeit für München und die Stadtteile. Wer nach „Elektriker Schwabing" oder „Maler München-Ost" sucht, hat konkreten Bedarf. Mit eigenen Standort- und Leistungsseiten sind genau Sie dort sichtbar. Wie das sauber und ohne Duplicate Content aufgebaut wird, steht in 75 Standortseiten für München & Umland.
Wann ein Portal trotzdem sinnvoll ist
Ganz ehrlich: Es gibt Situationen, in denen sich ein Portal lohnt. In der Startphase, wenn Sie noch keine eigene Sichtbarkeit haben. Um kurzfristig ein Auftragsloch zu füllen. Oder als Zusatzkanal, solange die eigene Website erst anläuft — denn lokale Suchmaschinen-Optimierung braucht ein paar Wochen bis Monate, bis sie trägt.
Der Fehler ist nicht, ein Portal zu nutzen. Der Fehler ist, dauerhaft nur darauf zu setzen und nie ein eigenes Fundament aufzubauen. Die sinnvolle Reihenfolge lautet: Portal als Anschub, eigene Website als Dauerlösung — und das Portal zurückfahren, sobald die eigene Seite liefert.
Das funktioniert in der Praxis
Dass eine eigene, sauber optimierte Website lokale Dienstleister mit echten Anfragen versorgt, ist kein Versprechen ins Blaue. Ein Gebäudereiniger für München und den Raum Dachau hat mit einer Website aus Ort-mal-Leistung-Unterseiten in kurzer Zeit Google-Rich-Results und echte Kundenanfragen bekommen. Und ein Entrümpelungsbetrieb deckt München und das komplette Umland über mehr als 75 einzelne Standortseiten ab — eine Seite, die planbar Aufträge holt, statt sie einzeln einzukaufen.
Das ist auf jedes Gewerk übertragbar. Der Mechanismus ist derselbe: lokale Suche bedienen, exklusive Anfragen erhalten, keine Vermittlungsgebühr zahlen.
Fazit
Handwerkerportal oder eigene Website ist keine Entweder-oder-Frage für die Ewigkeit, sondern eine Frage der Reihenfolge. Portale kaufen Ihnen Zeit, kosten aber laufend Geld und liefern geteilte Leads. Die eigene Website ist die einmalige Investition, die Ihnen exklusive Anfragen bringt, Ihnen gehört und Jahr für Jahr günstiger wird. Im teuren Münchner Markt ist dieser Unterschied besonders groß.
Wie sichtbare, auftragsstarke Websites für lokale Betriebe aussehen, sehen Sie im Showroom — echte Projekte und Demos zum Durchklicken. Wenn Sie überlegen, Ihre eigene Auffindbarkeit aufzubauen, ist das der beste Startpunkt für ein unverbindliches Gespräch.
Häufige Fragen
Sind Anfragen von Handwerkerportalen exklusiv?
In den meisten Fällen nein. Die gleiche Anfrage wird üblicherweise an mehrere Betriebe verkauft, die sich dann um denselben Kunden bewerben. Anfragen über Ihre eigene Website erreichen dagegen nur Sie — ohne direkten Preisvergleich mit der Konkurrenz.
Wie lange dauert es, bis eine eigene Website in München Anfragen bringt?
Ein Portal liefert die erste Anfrage sofort, dafür bezahlt. Eine eigene Website mit lokaler Optimierung braucht in der Regel einige Wochen bis Monate, bis sie in der Google-Suche für München und die Stadtteile trägt — dann aber wiederkehrend und ohne Gebühr pro Lead. Deshalb ist die Übergangsphase der beste Zeitpunkt, beides parallel laufen zu lassen.
Kann ich Portal und eigene Website kombinieren?
Ja, und genau das ist oft der beste Weg. Nutzen Sie ein Portal, um kurzfristig Auslastung zu sichern, und bauen Sie parallel die eigene Website auf. Sobald diese verlässlich Anfragen liefert, fahren Sie den teuren Portal-Kanal zurück.
Lohnt sich eine eigene Website auch für einen kleinen Ein-Mann-Betrieb?
Gerade dann. Ein kleiner Betrieb spürt jede Lead-Gebühr und jeden erzwungenen Preisnachlass stärker. Eine eigene Website mit klaren Leistungen und lokaler Auffindbarkeit gleicht diesen Nachteil aus, ohne dass Sie ein großes Marketing-Budget brauchen.
Kann ich als kleiner Betrieb gegen die großen Portale bei Google ranken?
Bei allgemeinen Suchbegriffen ranken die Portale oft vorne. Bei konkreten lokalen Suchen — Gewerk plus Stadtteil, etwa „Sanitär Sendling" — haben lokale Betriebe mit eigenen Standort- und Leistungsseiten sehr gute Chancen, weil sie genau den lokalen Bedarf bedienen. Mehr dazu, wann sich statt bezahlter Klicks eine bessere Website lohnt, steht unter Google-Werbung in München.