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Brief nach DIN 5008: Aufbau, Maße und kostenlose Vorlage

Redaktionelle Illustration zum Beitrag „DIN 5008 Brief: Aufbau, Maße & kostenlose Vorlage“
Illustration: dzeksn

Ein Brief nach DIN 5008 hat eine feste Reihenfolge von oben nach unten: Absenderzeile, Anschriftfeld des Empfängers, ein Informationsblock oder eine Datumszeile, die Betreffzeile, die Anrede, der Fließtext, die Grußformel und die Unterschrift mit maschinenschriftlichem Namen. Das Anschriftfeld ist 85 mm breit und 45 mm hoch, links bleiben 25 mm Rand, rechts 20 mm. Wenn du diese Struktur einhältst, sieht der Brief professionell aus und passt später exakt in ein Fenster­kuvert.

DIN 5008 ist keine Behördenpflicht, sondern die Norm für „Schreib- und Gestaltungsregeln". Sie ist der Grund, warum Geschäftsbriefe in Deutschland alle gleich aufgeräumt wirken – und warum ein selbst zusammengeschobener Brief oft sofort als Laienarbeit auffällt. Für Kündigung, Widerspruch, Behördenschreiben oder Bewerbung lohnt es sich deshalb, die Form sauber zu treffen.

Unten steht der komplette Aufbau mit den Maßen, die du sicher brauchst. Und wenn du keine Lust auf Tabstopps und Ränder-Frickelei im Textprogramm hast: Am Ende zeige ich dir, wie du denselben Brief in rund zwei Minuten als fertiges PDF bekommst.

Der Aufbau von oben nach unten

Die Norm legt die Reihenfolge fest. So sieht ein Brief von der Kopf- bis zur Fußzeile aus:

  1. Absenderangabe (Rücksendeangabe). Ganz oben, klein, einzeilig – dein

Name und deine Anschrift. Sie sitzt über dem Anschriftfeld, damit im Fensterkuvert oben der Absender und darunter der Empfänger sichtbar ist.

  1. Anschriftfeld des Empfängers. Der wichtigste Block. Er ist **85 mm breit

und 45 mm hoch und teilt sich in eine obere Zusatz- und Vermerkzone (für Hinweise wie „Einschreiben" oder „Nicht nachsenden") und die eigentliche Anschriftzone darunter. In die Anschrift gehören Firma bzw. Name, Straße und Hausnummer sowie Postleitzahl und Ort – ohne Leerzeile** zwischen Straße und Ort. Die früher übliche Leerzeile ist veraltet.

  1. Informationsblock oder Datumszeile. Rechts neben oder unter dem

Anschriftfeld steht das Datum, meist rechtsbündig. In Geschäftsbriefen kommt hier häufig ein Informationsblock mit Angaben wie „Ihr Zeichen", „Unser Zeichen", Telefon und E-Mail. Für einen privaten Brief reicht das Datum.

  1. Betreffzeile. Sie fasst das Anliegen in einer Zeile zusammen und wird

fett gesetzt. Wichtig: Das Wort „Betreff" selbst schreibt man nicht mehr davor, und die Zeile bekommt keinen Punkt am Ende. Zwischen Betreff und Anrede bleiben zwei Leerzeilen.

  1. Anrede. „Sehr geehrte Frau …", „Sehr geehrter Herr …" oder, wenn du die

Person nicht kennst, „Sehr geehrte Damen und Herren". Nach der Anrede steht ein Komma, danach folgt eine Leerzeile.

  1. Brieftext. Kurze Absätze, jeweils durch eine Leerzeile getrennt. Linker

und rechter Rand bleiben über den ganzen Text gleich.

  1. Grußformel. Nach dem Text eine Leerzeile, dann zum Beispiel „Mit

freundlichen Grüßen" – ohne Komma dahinter.

  1. Unterschrift und Name. Drei Leerzeilen Platz für die handschriftliche

Unterschrift, darunter der Name in Maschinenschrift. Bei Firmen steht hier oft noch die Funktion.

  1. Anlagenvermerk. Falls etwas beiliegt, unten der Hinweis „Anlage" bzw.

„Anlagen" mit kurzer Auflistung.

Maße und Abstände auf einen Blick

Die Zahlen, die wirklich zählen und die du dir merken kannst:

  • Seitenrand links: 25 mm, damit gelochte Briefe im Ordner nichts vom Text

abschneiden.

  • Seitenrand rechts: 20 mm.
  • Anschriftfeld: 85 mm breit × 45 mm hoch. Diese Maße entsprechen dem

Sichtfenster gängiger Fensterkuverts – wer sie einhält, muss die Adresse nie neu ausrichten.

  • Lochmarke: bei 148,5 mm von der oberen Blattkante, also genau auf halber

Höhe. Ein kurzer Strich am linken Rand zeigt, wo gelocht wird.

  • Falzmarken (Faltmarken): zwei kurze Striche am linken Rand, an denen du das

Blatt für ein DIN-lang-Kuvert drittelst.

Bei den Falzmarken unterscheidet die Norm zwei Varianten, je nachdem wie hoch der Briefkopf ist:

  • Form A (kleiner Briefkopf): Das Anschriftfeld beginnt bei 27 mm von

oben, die obere Falzmarke liegt bei 87 mm.

  • Form B (größerer Briefkopf, z. B. mit Logo): Das Anschriftfeld beginnt bei

45 mm, die obere Falzmarke bei 105 mm.

Für einen privaten Brief nimmst du Form A. Form B ist gedacht für Briefpapier mit ausgebautem Firmenkopf.

Die häufigsten Formfehler

Vier Sachen gehen fast immer schief, wenn man den Brief frei Hand baut:

  • Leerzeile in der Anschrift. Zwischen Straße und PLZ/Ort gehört keine

Leerzeile mehr. Das ist der Klassiker aus alten Vorlagen.

  • „Betreff:" ausgeschrieben. Das Wort ist gestrichen. Der Betreff steht

einfach als fette Zeile, ohne Doppelpunkt und ohne Schlusspunkt.

  • Komma nach der Grußformel. „Mit freundlichen Grüßen," mit Komma ist

falsch – nach der Grußformel steht nichts.

  • Adresse sitzt nicht im Fenster. Wenn Ränder oder der Startpunkt des

Anschriftfelds nicht stimmen, rutscht die Adresse aus dem Kuvertfenster. Genau das verhindern die 85 × 45 mm an der richtigen Position.

Dazu kommt der stille Formfehler: uneinheitliche Schrift und schiefe Abstände, weil man mit Tabstopps und Leertasten nachgeholfen hat. Eine gute Vorlage nimmt dir das komplett ab.

In 2 Minuten fertig: der kostenlose Briefgenerator

Wer das nicht mühsam in einem Textprogramm nachbauen will, kann den Briefgenerator nutzen. Er erzeugt einen fertig formatierten Brief nach DIN 5008 als PDF – kostenlos, ohne Anmeldung und DSGVO-konform. Du füllst nur ein Formular aus, um die Maße und Abstände kümmert sich das Tool.

So läuft es ab:

  1. Empfänger eintragen – wahlweise mit Firma und Abteilung, dann Name,

Straße, PLZ und Ort. Daraus wird automatisch das korrekte Anschriftfeld.

  1. Absender eintragen – deine eigenen Daten für die Rücksendeangabe.
  2. Datum, Betreff und Anrede eingeben. Der Betreff wird fett gesetzt, die

Anrede sauber platziert.

  1. Brieftext schreiben. Eine Leerzeile beginnt einen neuen Absatz – die

Abstände macht das Tool selbst.

  1. Grußformel und Namen ergänzen, bei Bedarf einen Anlagenvermerk.
  2. Schriftart wählen – Helvetica für den modernen Look oder Times für den

klassischen – und das PDF herunterladen.

Das Ergebnis hat die richtigen Ränder, ein korrekt positioniertes Anschriftfeld und passt ins Fensterkuvert, ohne dass du ein einziges Maß von Hand setzen musst. Ausdrucken, unterschreiben, falten, fertig.

Typische Anlässe: Kündigung, Widerspruch, Behördenschreiben

Die DIN-5008-Form ist überall dort sinnvoll, wo der Brief ernst genommen werden soll:

  • Kündigung (Handyvertrag, Fitnessstudio, Miete, Versicherung): sauberes

Anschriftfeld, klarer Betreff, eindeutiger Kündigungswunsch mit Datum. Bei wichtigen Kündigungen empfiehlt sich der Versand per Einschreiben – der Vermerk gehört in die Zusatzzone über der Adresse.

  • Widerspruch gegen einen Bescheid oder eine Rechnung: Betreff mit

Aktenzeichen, kurze, sachliche Begründung, Frist im Blick behalten.

  • Behördenschreiben und Anträge: hier zählt die klare Form besonders, weil

Ämter viele Schreiben durchsehen. Aktenzeichen in den Betreff, ein Anliegen pro Brief.

Ein kurzer Hinweis: Das hier ist eine Anleitung zur Form, keine Rechtsberatung. Ob eine Kündigung fristgerecht ist oder ein Widerspruch inhaltlich trägt, hängt vom Einzelfall ab – im Zweifel bei der zuständigen Stelle oder einer Fachberatung nachfragen.

Häufige Fragen

Ist DIN 5008 Pflicht?

Nein. Es ist eine Empfehlungsnorm für Aufbau und Gestaltung, keine gesetzliche Vorschrift. Ein Brief ist auch ohne DIN 5008 gültig. Wer sich aber daran hält, wirkt professionell und stellt sicher, dass die Adresse ins Fensterkuvert passt.

Wie groß ist das Anschriftfeld genau?

Das Anschriftfeld ist 85 mm breit und 45 mm hoch. Es teilt sich in eine obere Zusatz- und Vermerkzone und die darunterliegende Anschriftzone mit Name, Straße und Ort – ohne Leerzeile dazwischen.

Schreibt man noch „Betreff" vor die Betreffzeile?

Nein, das ist veraltet. Der Betreff steht als eigene, fett gesetzte Zeile, ohne das Wort „Betreff" davor und ohne Punkt am Ende.

Kommt nach „Mit freundlichen Grüßen" ein Komma?

Nein. Nach der Grußformel steht kein Satzzeichen. Danach folgen drei Leerzeilen für die Unterschrift und darunter der getippte Name.

Wie erstelle ich so einen Brief schnell als PDF?

Am einfachsten mit dem Briefgenerator: Formular ausfüllen, Schriftart wählen, PDF herunterladen. Kostenlos, ohne Anmeldung und DSGVO-konform – die Maße nach DIN 5008 setzt das Tool automatisch.