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Makler-Website Kosten: Was Sie 2026 realistisch einplanen sollten

Redaktionelle Illustration zum Beitrag „Makler-Website Kosten: Ehrliche Preisspannen 2026“
Illustration: dzeksn

Die ehrliche Antwort vorweg: Eine seriöse Makler-Website kostet je nach Ausbaustufe grob zwischen 1.500 und 15.000 Euro einmalig — plus laufende Kosten im niedrigen zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich pro Monat. Diese Spanne ist so breit, weil „Website" alles bedeuten kann: von der digitalen Visitenkarte mit fünf Seiten bis zur Akquise-Maschine mit dutzenden Lage-Seiten und einer geführten Anfrage-Strecke für Eigentümer.

Wer Ihnen ohne ein Gespräch über Ihre Ziele einen Festpreis nennt, hat entweder ein Baukasten-Template im Schrank oder rechnet die Differenz später über Nachträge ab. Sinnvoller ist es, die drei typischen Ausbaustufen zu verstehen — dann können Sie jedes Angebot einordnen und wissen, wofür Sie eigentlich bezahlen.

Ein wichtiger Rahmen vorab: Preise unterscheiden sich stark nach Region, Anbietertyp (Freelancer, Agentur, Baukasten-Dienst) und danach, wie viel Vorarbeit Sie selbst leisten. Die folgenden Spannen sind eine marktübliche Orientierung, kein Angebot.

Stufe 1: Die Visitenkarten-Website (ca. 1.500–4.000 Euro)

Das ist die Basisausstattung: Startseite, „Über uns", Leistungsübersicht, Kontakt, Impressum und Datenschutz — sauber gestaltet, mobil einwandfrei, mit Ihren echten Fotos und Texten. Keine Lage-Seiten, kein Funnel, keine nennenswerte Sichtbarkeit bei Google über Ihren eigenen Namen hinaus.

Der Preis entsteht hier vor allem durch Design und Handwerk: Ein individuelles Layout, ordentliche Texte und technisch saubere Umsetzung brauchen mehrere Arbeitstage. Angebote deutlich unter dieser Spanne bedeuten fast immer: fertiges Template, Textbausteine, Massenabfertigung.

Wann diese Stufe reicht: wenn Ihre Aufträge nahezu vollständig über Empfehlungen kommen und die Website nur den Vertrauens-Check bestehen muss, den jeder Empfohlene heute googelt. Für aktive Kundengewinnung reicht sie nicht — dafür fehlen ihr schlicht die Seiten, die bei Google ranken könnten. Welche Bausteine schon diese Basis-Stufe zwingend braucht, listet der Beitrag Webseite für Makler: 10 Elemente auf.

Stufe 2: Die Akquise-Website mit Lage-Seiten (ca. 4.000–12.000 Euro)

Hier beginnt die Website zu arbeiten. Zusätzlich zur Basis bekommt sie eigene Seiten für Ihre Leistungen (Verkauf, Vermietung, Bewertung) und — entscheidend — eigenständige Seiten für die Orte und Stadtteile Ihres Farming-Gebiets. Jede dieser Seiten kann für lokale Suchen ranken: Ortsname plus Makler, plus Haus verkaufen, plus Wohnung bewerten.

Warum der Preissprung? Weil jede dieser Seiten einzeln erarbeitet werden muss. Eine Lage-Seite, die rankt, braucht echten, eigenen Inhalt über genau diesen Ort — nicht denselben Text mit ausgetauschtem Ortsnamen. Kopierte Seiten wertet Google ab, und dann war das Geld umsonst. Dass viele einzigartige Ortsseiten machbar sind, zeigt ein Projekt aus einer ganz anderen Branche: ein Entrümpelungsbetrieb mit über 75 eigenständigen Standortseiten, jede mit eigenem Inhalt. Wie so etwas ohne Duplicate-Content-Falle gelingt, erklärt der Beitrag Standortseiten und SEO.

Die Spanne innerhalb dieser Stufe erklärt sich fast vollständig über die Seitenzahl: Fünf Lage-Seiten kosten weniger als fünfundzwanzig. Rechnen Sie pro eigenständiger, recherchierter Seite mit einem spürbaren Betrag — Text, Struktur, interne Verlinkung und Einpflege sind jeweils echte Arbeit.

Wann sich diese Stufe lohnt: sobald Sie in einem definierten Gebiet aktiv Eigentümer gewinnen wollen und bereit sind, einige Monate auf organische Sichtbarkeit hinzuarbeiten.

Stufe 3: Der Ausbau mit Funnel-Strecken (ca. 8.000–15.000+ Euro)

Die dritte Stufe setzt auf die Akquise-Website auf und ergänzt geführte Anfrage-Strecken — typischerweise eine Bewertungs-Strecke, in der ein Eigentümer Schritt für Schritt Eckdaten zu seiner Immobilie eingibt und am Ende eine Ersteinschätzung samt Gesprächsangebot erhält. Dazu kommen oft Ratgeber-Inhalte für Verkäufer und der systematische Ausbau der Lage-Seiten.

Warum das mehr kostet: Eine Funnel-Strecke ist ein kleines Stück Software. Sie muss durchdacht sein (welche Fragen, in welcher Reihenfolge, mit welchem Ergebnis), technisch sauber gebaut und mit Ihrer Anfrageverwaltung verbunden werden. Wie so ein Bewertungs-Funnel als Lead-Maschine funktioniert, beschreibt der Beitrag Immobilienmakler-Website erstellen ausführlich — hier nur so viel: Er verwandelt die häufigste Eigentümer-Suche überhaupt in qualifizierte Anfragen.

Wann sich diese Stufe lohnt: wenn Stufe 2 steht oder gemeinsam geplant wird und Sie den Eigentümer-Lead als zentralen Wachstumskanal ernsthaft betreiben wollen. Ein Funnel ohne Besucher bringt nichts — die Reichweite der Lage-Seiten und der Funnel gehören zusammen.

Was den Preis wirklich treibt

Unabhängig vom Anbieter entscheiden vor allem vier Faktoren über die Endsumme:

  • Anzahl eigenständiger Seiten. Der mit Abstand größte Hebel. Jede echte Seite kostet Recherche, Text und Umsetzung.
  • Texte. Liefern Sie selbst brauchbare Texte, sparen Sie deutlich. Sollen rankfähige, einzigartige Texte geschrieben werden, ist das ein eigener Posten — und meist ein lohnender.
  • Fotos. Professionelle Bilder von Ihnen, Ihrem Team und Ihren Referenzobjekten machen den Unterschied zwischen glaubwürdig und beliebig. Stockfotos sind billiger und kosten Vertrauen.
  • Funnel- und Sonderfunktionen. Jede geführte Strecke, jede Schnittstelle, jedes Extra ist Entwicklungszeit.

Laufende Kosten: klein, aber nicht null

Nach dem Start fallen an: Domain und Hosting (je nach Setup wenige Euro bis einige Dutzend Euro monatlich), gelegentliche technische Pflege sowie — optional, aber sinnvoll — kontinuierlicher Inhaltsausbau. Eine statisch gebaute Website ohne wartungsintensives System ist im Unterhalt am günstigsten und nebenbei am schnellsten und sichersten. Einen branchenübergreifenden Überblick über realistische Gesamtkosten gibt der Beitrag Was kostet eine Website für kleine Unternehmen?.

Warnsignale bei Billig- und Abo-Angeboten

Ein paar Muster sollten Sie stutzig machen:

  • „Komplette Website ab 299 Euro". Zu diesem Preis ist keine individuelle Arbeit möglich. Sie bekommen ein Template, das dutzende andere Makler auch haben.
  • Abo-Modelle ohne Eigentum. Bei manchen Diensten mieten Sie Ihre Website nur. Kündigen Sie, ist alles weg — Inhalte, Sichtbarkeit, teils sogar die Domain. Prüfen Sie vor Vertragsschluss, was Ihnen nach einer Kündigung gehört.
  • „SEO inklusive" ohne konkrete Seiten. Sichtbarkeit entsteht durch eigenständige Seiten mit echtem Inhalt, nicht durch ein Häkchen im Angebot. Fragen Sie konkret: Welche Seiten für welche Suchanfragen sind eingeplant?
  • Keine Rede von Mobil und Ladezeit. Beides entscheidet über Ranking und Anfragen. Wer es nicht von sich aus anspricht, priorisiert es nicht.
  • Schöne Referenzen, keine Ergebnisse. Fragen Sie nicht nur, wie die Referenz-Websites aussehen, sondern ob sie Anfragen bringen. Warum hübsche Seiten oft leer ausgehen, zeigt der Beitrag Website bekommt keine Anfragen.

Fazit: Die Stufe muss zum Ziel passen

Die günstigste Website ist nicht die mit dem kleinsten Preis, sondern die, deren Stufe zu Ihrem Ziel passt. Wer nur den Empfehlungs-Check bestehen muss, ist mit Stufe 1 gut bedient und sollte nicht für ungenutzte Lage-Seiten zahlen. Wer aktiv Alleinaufträge gewinnen will, verbrennt mit Stufe 1 dagegen Geld — die Seite kann das Ziel strukturell nicht erreichen. Beispiele dafür, wie unterschiedlich ausgebaute Websites in der Praxis aussehen, finden Sie im Showroom.

Häufige Fragen

Warum nennen mir Anbieter so unterschiedliche Preise für scheinbar dasselbe?

Weil „Website" kein definierter Leistungsumfang ist. Ein Angebot über 2.000 Euro und eines über 10.000 Euro beschreiben fast nie dieselbe Leistung — meist unterscheiden sich Seitenzahl, Textumfang, Individualität des Designs und Funktionen erheblich. Vergleichen Sie deshalb nie den Endpreis, sondern die Liste der eigenständigen Seiten und Funktionen, die er enthält.

Kann ich klein anfangen und später ausbauen?

Ja, und das ist oft der vernünftigste Weg — vorausgesetzt, die technische Basis ist dafür gebaut. Eine sauber strukturierte Website lässt sich um Lage-Seiten und Funnel-Strecken erweitern, ohne von vorn zu beginnen. Klären Sie das vor der Beauftragung, sonst zahlen Sie beim Ausbau ein zweites Mal für die Basis.

Sind Baukasten-Websites für Makler eine Option?

Für den reinen Vertrauens-Check nach einer Empfehlung: möglich. Für aktive Akquise: kaum. Baukästen stoßen bei vielen eigenständigen Lage-Seiten, bei Ladezeit und bei individuellen Funnel-Strecken schnell an Grenzen — genau bei den drei Dingen, die eine Makler-Website zum Akquisekanal machen.

Lohnen sich die laufenden Kosten für Inhaltsausbau wirklich?

Wenn Sie über Google Eigentümer gewinnen wollen: ja. Jede zusätzliche gute Lage- oder Ratgeber-Seite ist eine weitere Tür, durch die Eigentümer Sie finden — und anders als bezahlte Anzeigen wirkt sie dauerhaft weiter, ohne dass pro Klick Kosten anfallen.