Website kostenlos hosten: Geht das seriös für eine Firma?
Ja — eine professionelle Firmenwebsite lässt sich komplett kostenlos hosten, ohne Werbebanner, ohne Fremdlogo im Footer, mit eigener Domain und automatischem HTTPS. Die Voraussetzung: Die Website muss statisch sein, also aus fertigen HTML-, CSS- und JavaScript-Dateien bestehen. Dann übernimmt ein Dienst wie GitHub Pages die Auslieferung dauerhaft gratis. Die einzige laufende Ausgabe ist die Domain, typischerweise 10 bis 20 Euro pro Jahr.
Das ist keine Theorie und kein Bastel-Trick. Drei unserer Kundenprojekte laufen genau so im Alltag: maschinen-niedermeier.com (KFZ- und Landmaschinen-Werkstatt in Scheyern), benjiholiday.com (Münchner Musiker und DJ) und charas-lounge.com (Musikprojekt aus München). Alle drei: eigene Domain, HTTPS, vollständiges SEO, null Hostingkosten.
Dieser Beitrag erklärt, was „statisch" bedeutet, für wen das Modell reicht, wo seine Grenzen liegen — und wie der Weg dorthin grob aussieht.
Was heißt „statische Website" — und warum ist das kein Nachteil?
Eine statische Website besteht aus fertigen Dateien, die der Server unverändert an den Browser ausliefert. Das Gegenstück ist die dynamische Website: Dort setzt ein Programm auf dem Server jede Seite bei jedem Aufruf neu zusammen, meist mit einer Datenbank dahinter — so arbeiten die verbreiteten Content-Management-Systeme.
Der entscheidende Punkt: Für eine typische Firmenwebsite — Startseite, Leistungen, Über uns, Kontakt, vielleicht ein Blog — ändert sich der Inhalt zwischen zwei Besuchen nicht. Es gibt schlicht keinen Grund, jede Seite bei jedem Aufruf neu zu berechnen. Statisch ist hier nicht die abgespeckte Variante, sondern die passende.
Daraus ergeben sich handfeste Vorteile:
- Geschwindigkeit: Fertige Dateien werden ausgeliefert, ohne Datenbank, ohne Serverlogik. Statische Seiten gehören zu den schnellsten im Netz — gut für Besucher und für das Google-Ranking.
- Sicherheit: Wo kein Programm auf dem Server läuft, gibt es keine Server-Lücken auszunutzen. Kein Admin-Login, das gehackt werden kann, keine veralteten Erweiterungen.
- Kein Wartungsaufwand: Ein CMS braucht regelmäßige Updates für System und Plugins — wer sie versäumt, riskiert Sicherheitslücken. Eine statische Seite läuft jahrelang unverändert weiter.
- Kostenlos hostbar: Weil keine Serverlogik nötig ist, können spezialisierte Dienste die Dateien gratis ausliefern.
GitHub Pages: der Hosting-Dienst hinter den drei Projekten
GitHub Pages ist ein Dienst der Entwicklerplattform GitHub, der statische Websites direkt aus einem sogenannten Repository (einem versionierten Datei-Ordner in der Cloud) ausliefert. Der Dienst existiert seit über fünfzehn Jahren, wird von Millionen Projekten genutzt und ist für öffentliche Websites dauerhaft kostenlos — ohne Werbung, ohne Volumengrenzen, die eine normale Firmenwebsite je erreichen würde.
Für Firmen relevant:
- Eigene Domain: Sie verbinden Ihre Domain (z. B. ihre-firma.de) mit der Seite. Besucher sehen nur Ihre Adresse, nichts vom Hoster.
- HTTPS automatisch: Das SSL-Zertifikat wird automatisch ausgestellt und verlängert — Ihre Seite ist ab Tag eins verschlüsselt erreichbar.
- Zuverlässigkeit: Die Auslieferung läuft über ein weltweites Netz, Ausfälle sind selten und werden vom Betreiber behoben — nicht von Ihnen.
- Portabilität: Ihre Website bleibt ein Ordner mit Standard-Dateien. Sie können sie jederzeit zu jedem anderen Hoster mitnehmen. Es gibt keinen Einschluss-Effekt.
Hinweis für die Praxis: Damit die Seite DSGVO-sauber bleibt, sollten Schriften und Skripte lokal in der Website liegen und nicht von fremden Servern nachgeladen werden. Bei unseren Projekten ist das Standard.
Drei echte Projekte als Machbarkeitsbeweis
Damit klar ist, dass hier nicht über Demo-Seiten gesprochen wird:
- Maschinen Niedermeier — freie KFZ-Meisterwerkstatt mit Landtechnik in Scheyern bei Pfaffenhofen. Statische Website mit vollständigem SEO, strukturierten Daten für Google und echtem Werkstattfoto statt Stockbild. Der Inhaber besitzt die Website zu 100 Prozent und hostet sie selbst auf GitHub Pages — laufende Kosten: nur die Domain. Mehr zur Branche: Website für die KFZ-Werkstatt.
- Benji Holiday — Website eines Münchner Musikers und DJs, als individueller Neubau statt Baukasten-Vorlage. Aufwendiges Design, lokal eingebundene Schriften, optimierte Bilder — und trotzdem kostenlos gehostet.
- Charas Lounge — modernisierte Bestandsseite eines Münchner Musikprojekts, ebenfalls statisch auf GitHub Pages.
Drei unterschiedliche Branchen, drei unterschiedliche Designs, ein Hosting-Modell. Weitere Projekte finden Sie im Showroom.
Die Grenzen: Wofür kostenloses statisches Hosting nicht reicht
Ehrlichkeit gehört dazu — das Modell passt nicht für alles:
- Online-Shop: Warenkorb, Bezahlung und Lagerbestand brauchen Serverlogik und eine Datenbank. Dafür sind spezialisierte Shop-Lösungen mit eigenem Hosting die richtige Wahl.
- Kundenlogin und Nutzerkonten: Alles, was Anmeldung und geschützte Bereiche erfordert, geht statisch nicht.
- Datenbank-Anwendungen: Buchungssysteme mit Echtzeit-Verfügbarkeit, Portale, Foren — nicht das Terrain statischer Seiten.
- Kontaktformulare: Ein Formular braucht eine Gegenstelle, die die Nachricht verschickt. Lösbar ist das trotzdem — über externe Formular-Dienste oder, oft die beste Variante für kleine Betriebe, direkte Kontaktwege: Telefon-Link, E-Mail-Link, Nachricht per Messenger. Bei Maschinen Niedermeier führt der wichtigste Klick direkt zum Anruf — für eine Werkstatt der kürzeste Weg zur Anfrage.
Die realistische Einschätzung: Für die große Mehrheit der Firmenwebsites — Handwerker, Werkstätten, Kanzleien, Praxen, Dienstleister, Künstler — reicht statisch vollständig aus. Ein Shop oder Login lässt sich später immer noch als separates System ergänzen, ohne die Website neu zu bauen.
So läuft der Weg zur kostenlos gehosteten Website — grob skizziert
Dies ist bewusst kein technisches Tutorial, sondern die Entscheidungshilfe, was auf Sie zukommt:
- Website als statische Seite bauen (lassen). Die Seite entsteht als Sammlung von HTML-, CSS- und JavaScript-Dateien — bei uns individuell gestaltet und SEO-optimiert, kein Template.
- Repository anlegen. Die Dateien werden in ein Repository auf GitHub hochgeladen. Das übernimmt in der Regel die Agentur; das Konto gehört dabei Ihnen, damit auch das Eigentum bei Ihnen liegt.
- GitHub Pages aktivieren. Ein Schalter in den Einstellungen — ab dann ist die Seite unter einer Übergangsadresse online.
- Eigene Domain verbinden. Bei Ihrem Domain-Anbieter werden zwei DNS-Einträge gesetzt, die auf GitHub Pages zeigen. Wenige Stunden später läuft ihre-firma.de auf der neuen Seite.
- HTTPS abwarten. Das Zertifikat wird automatisch ausgestellt und künftig automatisch verlängert. Damit ist das Setup abgeschlossen — dauerhaft, ohne monatliche Rechnung.
Für spätere Änderungen (neue Öffnungszeiten, neues Foto) wird die betreffende Datei aktualisiert und neu hochgeladen — Minuten später ist die Änderung live. Passende eigene Bilder müssen übrigens kein Kostenfaktor sein: Fotos für die Website selber machen.
Was kostet der Einstieg?
Das Hosting ist kostenlos, die Erstellung der Website nicht — irgendjemand muss sie bauen. Die gute Nachricht: Weil danach keine Miet- und Hostingkosten anfallen, ist die Gesamtrechnung über die Jahre deutlich schlanker als bei Abo-Modellen. Konkrete Zahlen finden Sie in den Beiträgen Was kostet eine Website für KMU? und Website erstellen lassen in München. Wer eine veraltete Seite hat, muss auch nicht zwingend neu bauen: Website modernisieren — Kosten.
Häufige Fragen
Ist kostenloses Hosting nicht unprofessionell für eine Firma?
Nein — entscheidend ist, was Besucher und Google sehen: eigene Domain, HTTPS, schnelle Ladezeit, sauberes SEO. All das bietet das beschriebene Modell. Unprofessionell sind Gratis-Angebote mit Fremdwerbung oder Subdomain des Anbieters; davon ist hier nicht die Rede. Dass etablierte Betriebe wie eine KFZ-Meisterwerkstatt so hosten, zeigt die Alltagstauglichkeit.
Wie schnell kann so eine Seite bei vielen Besuchern noch laden?
Statische Dateien werden über ein weltweites Auslieferungsnetz verteilt und sind extrem genügsam. Eine Firmenwebsite mit einigen hundert oder tausend Besuchern am Tag bewegt sich weit unterhalb jeder relevanten Grenze — Lastspitzen, etwa nach einem Zeitungsbericht, verkraftet das Modell besser als ein durchschnittlicher Mietserver mit CMS.
Was ist mit Backups?
Das Repository ist selbst schon eine versionierte Sicherung: Jeder Stand der Website bleibt in der Historie erhalten und lässt sich wiederherstellen. Zusätzlich sollten Sie eine Kopie der Dateien lokal aufbewahren — dann sind Sie selbst gegen den unwahrscheinlichen Fall eines Kontoverlusts abgesichert.
Kann ich später zu einem normalen Hoster wechseln?
Jederzeit. Die Website ist ein Ordner mit Standard-Dateien und läuft unverändert bei jedem beliebigen Hoster. Sie stellen die DNS-Einträge Ihrer Domain um — fertig. Genau diese Portabilität ist einer der größten Vorteile gegenüber Baukästen und CMS-Installationen, die an ihr System gebunden sind. Warum diese Bindung vielen Betrieben irgendwann zum Problem wird, zeigt der Beitrag Homepage-Baukasten Nachteile — wann der Wechsel lohnt.
Brauche ich ein Kontaktformular oder reichen Telefon und E-Mail?
Für viele kleine Betriebe sind direkte Kontaktwege sogar die bessere Wahl: Ein Anruf-Button auf dem Smartphone senkt die Hürde stärker als ein Formular mit fünf Feldern. Wenn es ein Formular sein soll, lässt sich das auch bei statischen Seiten über einen externen Formular-Dienst nachrüsten — mit Blick auf den Datenschutz sorgfältig ausgewählt.